Donnerstag, 14. August 2008

Stiftung Warentest (3)

Wie gut war die "sagenhafte Vorbereitung" in Wirklichkeit? Wie schwer wiegt der "Sand im Getriebe" tatsächlich? Die Testspielergebnisse der Bundesligisten und ihre Aussagekraft.

Wie es funktioniert

Teil 3: Die Plätze 6-1 der vergangenen Saison


VfB Stuttgart

14:0 gegen FC Löffingen
8:0 gegen FV 08 Rottweil
3:1 gegen SG Sonnenhof Großaspach
4:1 gegen FC Augsburg
0:1 gegen Saturn Ramenskoje
3:0 gegen Saturn Ramenskoje
1:3 gegen Arsenal London
5:2 gegen FC St. Pauli

8 Sp. – 6S 0U 2N – 38:8 Tore – 18 Pkt.
Koeffizient: 3,63 – 2,25 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 6,20


VfL Wolfsburg

5:2 gegen VfR Eintracht Nord
5:0 gegen SV Greif Torgelow
9:0 gegen VFC Anklam
3:0 gegen VfB Lübeck
11:0 gegen VfB Fallersleben
1:1 gegen FC Aarau
1:0 gegen Vitoria Guimaraes
2:3 gegen Young Boys Bern
2:1 gegen Viktoria Aschaffenburg
2:1 gegen Red Bull Salzburg Juniors
1:0 gegen Real Mallorca
14:0 gegen FC Schöningen
2:3 gegen FC Ingolstadt
4:1 gegen SV Wehen-Wiesbaden
3:2 gegen Trabzonspor
0:1 gegen FC Palermo

16 Sp. – 12S 1U 3N – 65:15 Tore – 37 Punkte
Koeffizient: 3,63 – 2,31 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 6,36


Hamburger SV

6:0 gegen Amateurauswahl Pinneberg
1:2 gegen Slovan Liberec
8:0 gegen SV Raika Längenfeld
4:0 gegen WSG Svarovski Wattens
5:0 gegen VfB Lübeck
1:0 gegen Manchester City
1:2 gegen Real Madrid
3:0 gegen Juventus Turin


8 Sp. – 6S 0U 2N – 29:4 Tore – 18 Pkt.
Koeffizient: 3,25 – 2,25 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 6,92


FC Schalke 04

6:0 gegen SpVgg Erkenschwick
1:0 gegen SG Wattenscheid 09
11:0 gegen Victoria-Nationalelf
0:3 gegen Wuppertaler SV
1:0 gegen Glasgow Rangers
4:1 gegen Bahrain
1:2 gegen Besiktas Istanbul
4:0 gegen Alemannia Aachen

8 Sp. – 6S 0U 2N – 28:6 Tore – 18 Pkt.
Koeffizient: 3,38 – 2,25 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 6,66


Werder Bremen

5:1 gegen TSV Ottersberg
5:0 gegen VfL Oldenburg
3:1 gegen SC Fortuna Köln
3:1 gegen Kickers Emden
4:3 gegen Aris Saloniki
3:0 gegen Maccabi Netanya
4:0 gegen FC St. Gallen
5:1 gegen Hansa Rostock
1:3 gegen Trabzonspor
0:0 gegen Levski Sofia
3:0 gegen Esbjerg fB

11 Sp. – 9S 1U 1N – 36:10 Tore – 28 Pkt.
Koeffizient: 2,55 – 2,55 pro Spiel
Bewertung der Spiele: 10,00


Bayern München

7:1 gegen SV Lippstadt 08
8:0 gegen TSV Nördlingen
11:1 gegen Fanklub Nabburg
1:2 gegen Borussia Dortmund
0:0 gegen 1.FC Köln
4:2 gegen Urawa Red Diamonds
0:1 gegen Inter Mailand

7 Sp. – 4S 1U 2N – 31:7 Tore – 13 Pkt.
Koeffizient: 3,86 – 1,86 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 4,82

Sonntag, 10. August 2008

Sonniges Schattenspiel in Bielefeld

Niemand hat mit einem höheren Sieg die 2. Runde erreicht. Doch ebenfalls niemand hat gegen einen unterklassigeren Gegner gespielt. Hört sich schwer nach Pflichtsieg an - mit Licht zu Beginn und Schatten in Hälfte zwei.

Man geht eigentlich davon aus, dass ein fünfmaliger Deutscher Meister in der nunmehr 73-jährigen Pokalgeschichte wenigstens einmal ein zweistelliges Ergebnis gegen einen Amateurverein auf die Beine gestellt hat. Doch das höchste Ergebnis, auf das Borussia Mönchengladbach zurückblicken kann und konnte, ist ein 8:0 beim Nachbarn aus Viersen. Keineswegs eine Schande, aber wenn der Vereinsrekord sozusagen auf dem Präsentierteller liegt, dann will man ihn sich auch holen. Genau das hat die Borussia versäumt. Am Ende stand nur ein 8:1 beim Landesligisten Fichte Bielefeld.

Das Wörtchen „nur“ spiegelt auf keinen Fall Vermessenheit und Größenwahnsinn wieder. Wer gesehen hat, wie die Borussia den Siebtligisten in der Anfangsphase überrollte und im Nu fünf Tore erzielte, der wird diese Meinung teilen. Zwei Gänge runter hin oder – ein 1:1 in Hälfte zwei zeugt nicht gerade von Konsequenz beim Abschießen eines zunächst völlig überforderten Amateurvereins. Vielleicht hat mich das 7:1 damals in Offenbach auch nur teuflisch verwöhnt.

Phasenweise sah das gestern jedoch richtig gut aus. Baumjohann, Marin und Matmour hielten das Tempo lange Zeit so hoch, dass die Tore im Drei-Minutentakt fielen. Zwischenzeitlich lag Gladbach auf Kurs eines 27:0. Die Mannschaft strahlte einen unvergleichlichen Killerinstinkt aus, genau jene Durchschlagskraft gegen eine unterlegene Mannschaft, die man von ihr jahrelang nicht gewohnt war. Dann kam die Halbzeit und damit das Ende des Torreigens. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jos Luhukay seinen Jungs in der Halbzeit mitgeteilt hat, die Torfabrik auf Sparflamme runterzufahren. In seinen Aussagen nach dem Spiel lobte er ausschließlich die Anfangsphase bzw. die erste Hälfte. Vom Rest war keine Rede – als wolle er nach einem souveränen 8:1 nicht als Spielverderber dastehen.

Ohnehin gibt es in der ersten Runde rein gar nichts zu gewinnen. Verloren hat die Borussia jedoch genauso wenig, weshalb dieses Auftaktspiel allenfalls in die Kategorie „Pflicht erfüllt“ fällt. Trotz vieler Verletzungen verblüffte die Aufstellung dann doch. Spätestens jetzt darf man Jos Luhukay abnehmen, dass so etwas wie eine Stammelf in seinem Konzept tatsächlich nicht existiert. Nach den Glücksgriffen der vergangenen Saison lege ich unser Schicksal ganz vertrauensvoll in seine Hände. Der Mann scheint schließlich zu wissen, was er tut. Es gibt ein Saisonziel – und ob nun eine Doppel-Sechs, ein 4-2-3-1 oder eine Raute die nötigen 40Punkte einfährt spiel keine Rolle.

Apropos Saisonziel: Vor ein paar Wochen habe ich noch einen kleinen weiteren Wunsch drangehängt – ein Heimspiel im DFB-Pokal. Jos Luhukay wird in dieser Hinsicht nichts zu melden haben. Doch 50:50 ist keine ganz so schlechte Quote, dass Ende September der Borussia-Park im Flutlicht erstrahlt und 50.000 Zuschauern Pokalluft um die Nase weht. Es wäre das erste Mal seit Anfang 2004, was nicht unbedingt auf übermäßiges Lospech zurückzuführen ist. In der ersten Runde geht es ohnehin immer auswärts gegen einen unterklassigen Verein. Zuletzt kam dreimal das Aus auf fremdem Platz in Runde zwei. Zu losen gab es demnach nicht viel in den letzten Jahren. Auf dass es dieser Jahr anders werde.

Freitag, 8. August 2008

Heute nur das Billigste vom Flachsten

Auf gut Deutsch (DFB-Pokal-Edition)

Was heißt Urinprobe auf Polnisch und spielt bei der Hertha?

Piszczek ['piss-check]

PS: Man merkt, dass es immer noch nicht besser ist. Das Schlimmste: Es könnte heute wahrhaftig Verlängerung geben. Was freu' ich mich auf Bogenschießen und Degenfechten.

PPS: Für Lautschrift-Fetischisten und Hertha-Fans - es heißt korrekterweise natürlich [ˈpiʃtʃɛk].

Stiftung Warentest (2)

Wie gut war die "sagenhafte Vorbereitung" in Wirklichkeit? Wie schwer wiegt der "Sand im Getriebe" tatsächlich? Die Testspielergebnisse der Bundesligisten und ihre Aussagekraft.

Wie es funktioniert

Teil 2: Die Plätze 12-7 der vergangenen Saison


VfL Bochum

1:2 gegen Anorthosis Famagusta
2:3 gegen Besiktas Istanbul
1:3 gegen CFR 1907 Cluj
1:1 gegen FC Porto
0:0 gegen OFI Kreta
0:1 gegen FC Valencia
1:1 gegen Yokohama F. Marinos

7 Sp. - 0S 3U 4N - 46:11 Tore - 3 Pkt.
Koeffizient: 1,57 - 0,43 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 2,74


Karlsruher SC

4:0 gegen TuS Metzingen
13:0 gegen VfB Bühl
4:0 gegen Offenburger FV
10:0 gegen SV 1896 Schluchtern
14:0 gegen SV Büchenbronn
6:0 gegen SV 08 Küppenheim
1:0 gegen VfR Aalen
0:1 gegen Racing Strasbourg
0:2 gegen SC Freiburg
1:1 gegen FC Sochaux

10 Sp. – 7S 1U 2N – 53:4 Tore – 22 Pkt.
Koeffizient: 4,9 - 2,2 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 4,49


Hertha BSC

7:0 gegen SV Thal
0:0 gegen Hapoel Tel Aviv
0:0 gegen FC Kopenhagen
0:0 gegen FC Liverpool
4:2 gegen 1.FC Magdeburg
8:0 gegen Nistru Otaci
0:0 gegen Nistru Otaci
1:0 gegen Newcastle United
1:3 gegen Hannover 96


9 Sp. – 4S 4U 1N – 21:5 Tore – 16 Pkt.
Koeffizient: 2,44 - 1,78 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 7,30


Eintracht Frankfurt

11:0 gegen Hochtaunus-Auswahl
2:0 gegen WSG Wattens
1:1 gegen SV Seligenporten
4:0 gegen WAC/St. Andrä
2:0 gegen Wigan Athletic
1:1 gegen US Palermo
0:1 gegen FC Astoria Walldorf
19:1 gegen VFR 07 Limburg
x:x gegen Real Madrid

8 Sp. – 5S 2U 1N – 40:4 Tore – 17 Pkt.
Koeffizient: 4,63 - 2,13 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 4,60

Hannover 96

8:1 gegen Bad Pyrmont Regionalauswahl
23:0 gegen FC 08 Boffzen
0:0 gegen Rot-Weiß Erfurt
1:1 gegen FC Porto
2:2 gegen Wigan Athletic
2:4 gegen Real Mallorca
3:1 gegen Hertha BSC Berlin

7 Sp. – 3S 3U 1N – 39:9 Tore – 12 Pkt.
Koeffizient: 3,29 - 1,71 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 5,20


Bayer Leverkusen

8:2 gegen FC 08 Düren-Niederau
4:1 gegen SV Darmstadt 98
2:3 gegen FC St. Gallen
2:2 gegen Dynamo Minsk
0:1 gegen Alemannia Aachen
13:0 gegen Auswahl Groß-Gerau
2:0 gegen SC Freiburg
3:0 gegen Bahlinger SC


8 Sp. – 5S 1U 2N – 34:9 Tore – 16 Pkt.
Koeffizient: 3,75 - 2,00 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 5,33

Keine Kohlensäure in Zweibrücken

Teil 1 der Pokal-Orgie an diesem Wochenende ist vorüber. Noch 61 Spiele bis Berlin – Gott sei Dank dann ohne Niederauerbach (nichts für ungut, Niederauerbach).

Als ich mir gestern das Pokal-Programm fürs Wochenende zu Gemüte geführt habe, ging mir eine Frage durch den Kopf: Warum ist man erst im Jahr 2008 darauf gekommen, der Einfachheit halber einfach alle – und das heißt wirklich alle – 63 Spiele des DFB-Pokals live zu übertragen? Immerhin acht Jahre sind vergangen, seitdem die Konferenzschaltung die Fernsehübertragung im Pay-TV revolutionierte. Dass vorher niemand die Idee hatte, dem Ärgernis über die Bayern-Affinität der Öffentlich-Rechtlichen ein Ende gegen Bezahlung zu machen, ist angesichts der Schnelllebigkeit des Geschäfts im Fußball kaum zu erklären.

Seit gestern Abend, seit dem Spiel Niederauerbach gegen Köln, kenne ich den Grund für die bisherige Abstinenz des Pokals im Bezahlfernsehen: Das Duell eines Fünfligisten und eines Bald-wieder-Zweitligisten fesselt den gemeinen Zuschauer in einer Manier vors Fernsehgerät, wie es sonst nur BahnTV hinbekommt – gar nicht. Die Pokal-Orgie bekommt erst Substanz, wenn alle paar Minuten ein freudiges „Tooor in…“ ertönt. Wenn nicht der Favorit, sondern der Underdog den Torschrei hervorgerufen hat. Alles andere prickelt so sehr wie stilles Mineralwasser.

Morgen spielt zum Glück keine Mannschaft, die unter der Regionalliga hausiert. Nur Bochum und Berlin sind Bundesligisten, es gibt ein Zweitligaduell und drei Aufeinandertreffen Dritte-Zweite. Klingt schon um einiges verheißungsvoller. Trier, Unterhaching und Münster, ihr kennt Euren Auftrag: Projekt Weinheim reloaded.

Donnerstag, 7. August 2008

Kölsche Rhetorik

Kleiner Exkurs zum Schulanfang: Kinder, das nennt man eine "Rhetorische Frage" par excellence

Stiftung Warentest (1)

Jahr für Jahr predigen Trainer die Bedeutungslosigkeit von Testspielergebnissen. Immer wieder wird der Mannschaft trotz einer Pleite bescheinigt, sie befinde sich "auf dem richtigen Weg". Läuft es allzu rund, heißt es wiederum ganz schnell, dass die guten Resultate "noch gar nichts zu bedeuten haben". Doch wer kann nun wirklich auf eine gelungene Testspielphase zurückblicken? Wer hat sich am besten geschlagen gegen Allemannia Jessen, MSK Zilina oder Juventus Turin? Ein Versuch, Licht ins Dunkel der Zahlen zu bringen.


So funktioniert die Einordnung der Ergebnisse:

(Punkte pro Spiel / Koeffizient) * 10

Da die Vereine unterschiedlich oft getestet haben und die Gegner aus allerlei Ländern und Ligen kamen, kann natürlich nicht einfach ihre Punkteausbeute aus den Testspielen in die Bewertung einfließen. Um die Stärke der Gegner zu berücksichtigen, wurde die Durchschnittspunktzahl durch einen Koeffizienten geteilt und zur „Verschönerung“ der Zahlen mit 10 multipliziert.

Deutsche Vereine erhielten einen Punkt als Bundesligist, zwei als Zweitligist, drei als Drittligist usw. – bis hinunter in die Kreisligen. Ähnlich funktionierte es bei ausländischen Klubs. Wobei der MSK Zilina selbst als letztjähriger slowakischer Meister nicht als Erstligist durchgehen kann, weshalb er den Koeffizienten 2 erhält (ich weiß, beim kicker würde das alles sorgfältiger zugehen, Stichwort Fünfjahreswertung).

Hierbei kann zugegebenermaßen nicht nach 100%-ig objektivem Empfinden bewertet werden. Doch obwohl Arminia Bielefeld somit auf eine Stufe mit Juventus Turin rückt, bleibt dieses System unterm Strich immer noch objektiver als beispielsweise eine Skala von 0 bis 10, auf der die Vereine eingeordnet würden. Der Maximalwert von 30 könnte also erreicht werden, wenn jedes Spiel gewonnen wird und der Gegner stets einer der Kategorie 1 ist.


Teil 1: Die drei Aufsteiger und die Plätze 15-13 der letzten Saison

1. FC Köln

3:2 gegen Rapid Wien
2:2 gegen SK Austria Kärnten
1:2 gegen MSK Zilina
1:1 gegen Wuppertaler SV Borussia
0:0 gegen Fortuna Düsseldorf
4:1 gegen West Bromwich Albion
3:3 gegen Standard Lüttich
0:0 gegen Bayern München
6:0 gegen SV Siegburg 04
1:1 gegen MSV Duisburg
x:x gegen Klafeld-Geisweid

10 Sp. - 3S 6U 1N - 21:12 Tore - 15 Pkt.
Koeffizient: 2,3 - 1,5 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 6,52


1899 Hoffenheim

9:0 FV Union 08 Böckingen
0:0 SV Waldhof Mannheim
6:1 gegen VfL Kirchheim/Teck
3:1 gegen Blackburn Rovers
2:2 gegen Hansa Rostock
2:1 gegen Galatasaray Istanbul
3:0 gegen 1. FC Kaiserslautern

7 Sp. - 5S 2U 0N - 25:5 Tore - 17 Pkt.
Koeffizient: 3,29 - 2,43 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 7,38


Borussia Mönchengladbach

4:0 gegen FC Wegberg-Beeck
2:1 gegen Arminia Bielefeld
7:0 gegen BV Bad Lippspringe
2:1 gegen West Bromwich Albion
3:1 gegen SC Heerenveen
0:1 gegen TuS Koblenz
7:1 gegen 1. FC Kleve

4:2 gegen FC Valencia

8Sp. - 7S 0U 1N - 29:7 Tore - 21 Pkt.
Koeffizient: 3,00 - 2,63 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 8,77


Arminia Bielefeld

1:1 gegen Kickers Emden
10:0 gegen FC Kreuztal 08
5:0 gegen VfB Fichte Bielefeld
1:2 gegen Borussia Mönchengladbach

16:0 gegen Lipperlandauswahl
11:0 gegen SpVg Steinhagen
1:1 gegen AEK Athen
0:2 gegen Hansa Rostock
1:2 gegen RW Ahlen
0:0 gegen Twente Enschede
x:x gegen Trabzonspor

10 Sp. - 4S 3U 3N - 46:8 Tore - 15 Pkt.
Koeffizient: 4,3 - 1,5 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 3,49


Energie Cottbus

5:0 gegen Döbelner SC
11:0 gegen BSG Stahl Altenberg
0:1 gegen FC Midtjylland
0:2 gegen SC Paderborn
18:1 gegen SV Allemannia 08 Jessen
3:0 gegen FK Jablonec

0:0 gegen FC Erzgebirge Aue
2:0 gegen FC Petrolul Ploiesti

4:1 gegen MKE Ankaragücü
1:1 gegen AEK Athen
1:6 gegen FC Augsburg
2:1 gegen FC Ingolstadt
2:1 gegen Willem II Tilburg


13 Sp. - 8S 2U 3N - 49:14 Tore - 26 Pkt.
Koeffizient: 3,46 - 2,0 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 5,78


Borussia Dortmund

6:7 i.E. (0:0) gegen Rot-Weiss Essen
4:5 i.E. (0:0) gegen MSV Duisburg
2:2 gegen FC Luzern
2:2 gegen FC Basel
1:0 gegen Rot-Weiss Essen
2:1 gegen SC Paderborn
2:1 gegen Bayern München
1:3 gegen Juventus Turin
2:1 gegen Feyernoord Rotterdam
0:3 gegen Tottenham Hotspur


10 Sp. - 4S 4U 2N - 12:13 Tore - 16 Pkt.
Koeffzient: 2,00 - 1,6 Punkte pro Spiel
Bewertung der Spiele: 8,0


Teil 2: Die Plätze 12-7 der vergangenen Saison

Montag, 4. August 2008

Auf Kriegsfuß mit dem Namensgedächtnis

Ein Interview mit Uli Hoeneß in der Badewanne zu bekommen oder ein Foto von Klinsmanns Buddhafiguren zu schießen - alles kein Problem und im Vergleich zum Setzen von Bildunterschriften eine journalistische Leichtigkeit.

Jean-Sébastien Jaurès mit Marcel Ndjeng zu verwechseln - das kann vorkommen. Schließlich sehen sich beide wirklich sehr ähnlich, sind jeweils Mischlinge. Von der Nummer auf der Hose war gerade einmal die 2 auszumachen - woher soll der werte Kicker-Redakteur da wissen, ob es sich bei dem Spieler mit dem erschwerend verkrampften Gesicht um Jaurès, die 20, oder um Ndjeng, die 23, handelt? Zugegeben, nur ausgemachte (bzw. verrückte) Borussenfans erkennen, dass die Oberschenkelmuskulatur des Mannes im Bild definitiv nicht der anatomischen Beschaffenheit eines Marcel Ndjeng entspricht.

Es gab schon einmal leichtere Zeiten für einen Redakteur seit Einführung der Bundesliga. Das muss man ihnen zugestehen. Salopp gesagt, hieß der einzige Ausländer in den Anfangsjahren damals Petar Radenkovic und der sang auch noch Lieder auf bayerisch. Heutzutage tummeln sich im Profifußball Spieler, die schier unüberwindbare Hürden in jedem Buchstabierwettbewerb darstellen würden. Hier ein C mit Haken dran, da ein E mit Akzent, vielleicht zu allem Übel ein durchgestrichenes O, das man hierzulande eigentlich nur als Synonym für "Durchschnitt" kennt - das Fußballalphabet umfasst beileibe nicht nur 26 Buchstaben plus 3 Umlaute. Ein Linguistikstudium ist Grundvoraussetzung.

Doch vielleicht liegt das profane Setzen von Bildunterschriften auch gar nicht im Verantwortungsbereich eines Sportredakteurs. Bei der Rheinischen Post beispielsweise bin ich fest davon überzeugt, dass entweder der Postbote oder die Putzfrauen jeden Tag im Vorbeigehen ihren Senf zu jedem einzelnen Foto abgeben. Der kicker scheint nun auch eine Delegation bestellt zu haben. Nur so wäre es zu entschuldigen und zu erklären, dass ein gewisser Nikolce Novakovic in der heutigen Ausgabe auftaucht. Seine Gesichtszüge erinnern sehr an den Mainzer Verteidiger Nikolce Noveski. Doch den müsste man in Nürnberg bestens kennen, schließlich taucht er immer wieder in den sagenumwobenen "Ranglisten" im Sommer und Winter in vorderen Gefilden auf.

Es stellt sich schlichtweg die Frage: Muss ein Kicker-Redakteur nicht selbst im stressigsten Stress, unter unmenschlichem Zeitdruck und wahlweise mit 1,4 Promille im Blut wissen, dass Novakovic Torschützenkönig im Unterhaus geworden ist, nicht Nikolce mit Vornamen heißt und in Köln unter Vertrag steht?

Zumal man im eigenen Hause jährlich ein dickes Sonderheft zum Nachschlagen rausbringt, in dem jeder einzelne Profi mit Foto abgebildet ist. Obwohl - keine gute Idee. Denn was passiert, wenn auch dort die Putzfrauen ihre Meister-Proper-getränkten Hände im Spiel hatten?